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Die Zürcher Onkologie-Firma Araris Biotech AG hat eine Forschungskooperation mit Optionsvereinbarung zur Lizenzierung mit der japanischen Chugai Pharmaceutical geschlossen, einer Roche-Tochter. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation auf Basis der firmeneigenen AraLinQ™-Linker- und Konjugationstechnologie. Doch Araris ist selbst mittlerweile japanisch und eine 100%ige Tochter von Taiho Pharma, die zur Otsuka-Gruppe gehört. Geforscht wird weiterhin in Zürich – so sichtbar, dass die Gebrüder Strüngmann im vergangenen Jahr einen Preis an die Firmengründer verliehen.

Der australisch-schweizerische Plasmaspezialist CSL setzt bei rekombinanten polyklonalen Immunglobulinen (IgG) auf Technologie aus der Schweiz. Mit Memo Therapeutics hat das Unternehmen eine Kooperations- und Optionsvereinbarung über ein Gesamtvolumen von bis zu 265 Mio. CHF geschlossen. Für Memo sind das gute Nachrichten, doch auch CSL kann nach heftigem Stellenabbau etwa in Marburg auch einmal andere Schlagzeilen gut gebrauchen.

Es könnte als Warnschuss für die Konkurrenz verstanden werden, wenn die Schweizer Lonza mit ihren sehr guten Geschäftszahlen zugleich betont, sich noch stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Zudem wird in der Schweiz mit etwas Sorge gesehen, dass das Unternehmen die zukünftigen strategischen Investitionen nur noch im Ausland plant. Vielleicht rutscht deshalb – trotz guter Bilanz – der Kurs um einige Franken nach unten.

Roche hat 2025 ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Basler Konzern steigerte seine Verkäufe währungsbereinigt um 7 Prozent auf 61,5 Mrd. CHF und legte beim Kernbetriebsgewinn sogar um 13 Prozent zu. Für viele Beobachter ist das mehr als nur ein solides Jahresergebnis.

Nachdem der Branchenverband BIO Deutschland vor einigen Tagen erste Zahlen zur Finanzierung der hiesigen Biotech-Unternehmen für das vergangene Jahr vorgelegt hat, zählte |transkript.de einerseits nach und rechnete andererseits auch in der Schweiz und Österreich zusammen, was an externen Geldmitteln in die Branche geflossen ist. Deutschland hat zwar den höchsten Betrag vorzuweisen, doch auf die Bevölkerung heruntergerechnet führt die Schweizerische Eidgenossenschaft um viele Längen. Und auch Österreich kann per-capita den großen Nachbarn deutlich übertrumpfen.

Die Schweizer Roche sichert sich in einem erneuten Dealt mit der chinesischen MediLink ein zweites Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Diesmal sind jedoch Upfront- und weitere kurzfristige Zahlungen um den Faktor elf (!) höher und liegen bei rund 570 Mio. US-Dollar. MediLink münzt damit den gestiegenen eigenen Wert nun bereits zu Beginn einer Kooperation um.

Das war vor mehr als eineinhalb Jahren eine große Schlagzeile, als die Schweizer Numab AG (Horgen am Zürichsee) über das Vehikel eines Spin-outs einen einzelnen Antikörper für 1,25 Mrd. US-Dollar an Johnson 6 Johnson verkaufte. Nicht bei zukunftsgerichteten Meilensteinen zu bezahlen, sondern direkt „cash in de Täsch“, wie man in Köln sagen würde.

Von mehreren deutschen Investoren, darunter der Boehringer Ingelheim Venture Fund als Leadinvestor, erhält die TECregen AG in Basel eine Seed-Finanzierung von 10 Mio. CHF. Zudem sind auch der HTGF (Bonn) und der CARMA Fund (München/Frankfurt am Main) neben weiteren Investoren aus der Schweiz im Boot, das in den Gewässern zwischen Immunologie und Alterung fischt und den Thymus regenerieren möchte, um das Immunsystem auch im hohen Alter widerstandsfähig zu halten.

Die Region Basel rund um die großen Pharmafirmen Roche und Novartis bietet ein dynamisches und sehr aktives Ökosystem aus exzellenter Wissenschaft und spannenden Start-ups. Der örtliche, aber auch überregional aktive Biotech-Venture-Inkubator BaseLaunch konnte nun mit Takeda bereits die sechste große Pharmafirma als Partner gewinnen. |transkript.de sprach darüber mit BaseLaunch-Direktor Stephan Emmerth.

Kaum eine Rede von Bundeskanzler Merz oder einem seiner Regierungsmitglieder, in der nicht ein neuer Wirtschaftsaufschwung beschworen und auf die in der Hightech-Agenda aufgeführten identifizierten Schlüsseltechnologien verwiesen wird. Auch die Biotechnologie findet darin Platz und sich somit regelmäßig in den Papieren und Reden wieder. Doch im aktuellen Innovationsranking des globalen Wettbewerbs sieht man den Abstand zu den führenden Ländern weiterhin deutlich – auch und gerade in der Biotechnologie. Führend bleibt ein Trio kleinerer Länder: die Schweiz, Singapur und Dänemark.